Netzplan: Unterschied zwischen den Versionen
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Version vom 3. Juni 2026, 13:01 Uhr
Ein Netzplan ist ein Werkzeug des Projektmanagements zur Planung, Steuerung und Überwachung von Projekten. Er stellt Vorgänge und deren Abhängigkeiten grafisch dar und ermöglicht die Berechnung von Terminen, Pufferzeiten und dem kritischen Pfad.
Zweck und Nutzen
- Visualisiert die Reihenfolge von Vorgängen
- Zeigt Abhängigkeiten zwischen Aufgaben
- Ermöglicht die Berechnung von Früh- und Spätterminen
- Hilft bei der Ermittlung von Pufferzeiten
- Identifiziert den kritischen Pfad eines Projekts
- Unterstützt die Termin- und Ressourcenplanung
Aufbau eines Netzplans
Ein Netzplan besteht aus:
- Vorgängen (Arbeitspakete oder Aufgaben)
- Abhängigkeiten zwischen den Vorgängen
- Zeitinformationen (Dauer, Termine, Puffer)
Ein Vorgang wird meist als Knoten dargestellt.
Typische Informationen im Vorgangsknoten:
- Vorgangsnummer
- Vorgangsbezeichnung
- Dauer
- Frühester Anfang (FA)
- Frühestes Ende (FE)
- Spätester Anfang (SA)
- Spätestes Ende (SE)
- Gesamtpuffer (GP)
Kritischer Pfad
Der kritische Pfad ist die längste Folge voneinander abhängiger Vorgänge.
Für alle Vorgänge auf dem kritischen Pfad gilt:
GP = 0
Diese Vorgänge besitzen keinen Puffer. Eine Verzögerung führt unmittelbar zu einer Verzögerung des gesamten Projekts.
Der kritische Pfad bestimmt daher die minimale Projektdauer.
Pufferzeiten
Pufferzeiten geben an, um wie viele Tage ein Vorgang verschoben werden kann, ohne den Projektendtermin zu gefährden.
Unterschieden wird häufig zwischen:
- Gesamtpuffer
- Freier Puffer
Berechnung im Netzplan
Zur Terminplanung werden für jeden Vorgang verschiedene Werte berechnet:
| Abkürzung | Bedeutung | Beschreibung |
|---|---|---|
| FA | Frühester Anfang | frühester Zeitpunkt, zu dem ein Vorgang beginnen kann |
| FE | Frühestes Ende | frühester Zeitpunkt, zu dem ein Vorgang beendet sein kann |
| SA | Spätester Anfang | spätester Zeitpunkt, zu dem ein Vorgang beginnen darf |
| SE | Spätestes Ende | spätester Zeitpunkt, zu dem ein Vorgang beendet sein darf |
| GP | Gesamtpuffer | Zeitspanne, um die ein Vorgang verschoben werden kann |
Beispiel
Ein Vorgang dauert 4 Tage und kann frühestens an Tag 3 beginnen.
- FA = 3
- FE = 3 + 4 = 7
Wird berechnet, dass der Vorgang spätestens an Tag 9 beendet sein muss:
- SE = 9
- SA = 9 - 4 = 5
Der Gesamtpuffer beträgt:
GP = SA - FA GP = 5 - 3 GP = 2 Tage
Der Vorgang könnte also um 2 Tage verschoben werden, ohne den Projektendtermin zu gefährden.
Vorteile des Netzplans
- zeigt logische Abhängigkeiten sehr deutlich
- ermöglicht die Berechnung des kritischen Pfades
- unterstützt die Terminplanung
- macht Risiken und Engpässe sichtbar
Grenzen des Netzplans
- Erstellung aufwendiger als ein Gantt-Diagramm
- bei großen Projekten schnell komplex
- für Nicht-Fachleute oft schwerer verständlich
Tools für Netzpläne
Beliebte Softwarelösungen:
- Microsoft Project
- ProjectLibre
- GanttProject
- OpenProject
- verschiedene Online-Tools
Beispiel: Netzplan für ein kleines Projekt
Projektziel: Erstellung einer kleinen Webanwendung
| Vorgang | Beschreibung | Dauer (Tage) | Vorgänger |
|---|---|---|---|
| A | Projektplanung | 2 | – |
| B | Design erstellen | 5 | A |
| C | Inhalte schreiben | 7 | A |
| D | Website umsetzen | 9 | B, C |
| E | Testen und Feedback | 4 | D |
| F | Veröffentlichung | 2 | E |

Unterschied zum Gantt-Diagramm
| Merkmal | Netzplan | Gantt-Diagramm |
|---|---|---|
| Fokus | Abhängigkeiten und Termine | Zeitliche Darstellung |
| Kritischer Pfad | sichtbar | meist nicht direkt sichtbar |
| Pufferberechnung | möglich | eingeschränkt |
| Übersichtlichkeit | technisch detailliert | leicht verständlich |
Kurzmerksatz
Ein Netzplan zeigt die Abhängigkeiten von Vorgängen und hilft dabei, Termine, Pufferzeiten und den kritischen Pfad eines Projekts zu bestimmen.
